Das Riedberghaus der Naturfreunde Darmstadt-Eberstadt zeigt, wie Wärmewende im Bestand wirklich funktioniert: mit guter Planung, professioneller Begleitung, Eigenleistung – und vielen Entscheidungen, die man von außen oft gar nicht sieht.
Ausgangspunkt des Projekts im vergangenen Winter waren rund 3.000 Liter Heizölverbrauch pro Jahr und etwa 8 Tonnen CO₂-Emissionen. Ziel war die vollständige Umstellung auf moderne, effiziente Heiztechnik. Gemeinsam mit unserem Energieeffizienz-Experten Jonathan wurde dafür zunächst eine detaillierte Heizlastberechnung erstellt, also die Grundlage für die spätere Planung und Förderfähigkeit des Projekts.
Schnell wurde klar: Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe. Für das große Haupthaus mit rund 350 m² beheizter Fläche fiel die Wahl auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive großem Wärmespeicher und neuen Heizkörpern. Für das kleinere Pförtnerhaus dagegen wäre selbst die kleinste klassische Wärmepumpe überdimensioniert gewesen. Hier entschied man sich deshalb für eine moderne Multi-Split-Klimaanlage mit Heizfunktion.
Insgesamt liegen die Projektkosten bei rund 90.000 Euro. Ermöglicht wurde die Umsetzung durch eine Kombination aus KfW-Förderung, Spenden und erheblicher Eigenleistung der Vereinsmitglieder. Allein durch Fördermittel und Unterstützer konnten fast 50.000 Euro gedeckt werden. Den Rest stemmt der Verein selbst – unterstützt durch hunderte Stunden Eigenarbeit.
Wie bei vielen Altbausanierungen gab es auch unerwartete Herausforderungen. Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass Teile der bestehenden Heizungsrohre stark beschädigt waren und kurzfristig ersetzt werden mussten. Eine vollständige Erneuerung hätte das Budget gesprengt, weshalb zunächst nur besonders kritische Bereiche saniert wurden.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, welche Faktoren bei einer erfolgreichen Wärmewende entscheidend sind:
- Professionelle Planung und Förderbegleitung sparen später enorme Probleme
- Das günstigste Angebot ist nicht automatisch das Beste
- Eigenleistung kann Projekte wirtschaftlich überhaupt erst möglich machen
- Für Bestandsgebäude gibt es selten die eine Standardlösung
Die Wärmewende entsteht nicht in politischen Debatten oder Schlagzeilen, sondern in konkreten Projekten wie diesem – Schritt für Schritt, Gebäude für Gebäude.
Inspiriert vom Blogbeitrag der Naturfreunde Darmstadt-Eberstadt e.V.
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